12. Januar 2010
Kostenfreies Girokonto, aber das richtige
Es ist bekannt, dass viele Banken kostenfreie Girokonten anbieten. Immer wieder ist davon die Rede und so fragt man sich früher oder später unweigerlich, warum man heutzutage immer noch Kontoführungsgebühren zahlen sollte und warum man sich nicht dazu aufrafft seine Bank zu wechseln. Beides sind gute Fragen, doch zeigt sich auch, dass nicht jedes kostenlose Konto auch tatsächlich kostenlos ist.
Im Schnitt zahlt ein Deutscher rund 89 Euro pro Jahr für sein Girokonto. Das ist Geld, dass man sich gut sparen könnte, wenn man ein kostenloses Konto hätte. Insgesamt nehmen die Banken jährlich rund acht Milliarden Euro allein an Kontoführungsgebühren ein. Es erscheint seltsam selbstlos, dass Banken tatsächlich bereits sind auf ihren Teil dieses Kuchen freiwillig zu verzichten. In der Tat, tun sie das oft nicht. Wenn sie sich ihr Geld nicht über die Kontoführungsgebühr holen, tun sie es oftmals über einen Umweg. So kann sich ein vermeintlich kostenloses Konto schnell als kostspielige Angelegenheit entpuppen. Bevor man den Vertrag unterschreibt, sollte man also auch ganz genau auf das Kleingedruckte achten. Oft steht dort beispielsweise, dass Gebühren fällig werden, wenn eine bestimmte Mindestsumme nicht monatlich auf das Girokonto eingezahlt wird. Manchmal werden auch für Überweisungen und sonstige Dienstleistungen hohe Gebühren fällig, die sich im laufe des Jahres zu einer ordentlichen Zahl summieren.
Doch es gibt nicht nur schwarze Schafe. Angebote der DKB, SKG Bank, der ING-Diba, Comdirect und der Norisbank sind durchaus ernst zu nehmen. Doch das sind laut Börse Online Finanzchek auch schon alle. Bei allen anderen sind versteckte Kosten zu finden. Die Commerzbank verlangt beispielsweise einen monatlichen Geldeingang von mindestens 1200 Euro. Bei der SEB sind es 1250 und bei Cortal Consors gar 1500 Euro, andernfalls werden Gebühren fällig. Auch die Netbank fordert einen monatlichen Geldeingang, hier ist jedoch die Höhe nicht festgeschrieben. Bei der Hypo Vereinsbank gibt es das Gratiskonto erst, wenn man Monatlich 25 Euro spart.
Auf der anderen Seite bieten verschiedene Sparkassen so genannte Mehrwertkonten. Diese sind kostenpflichtig, bringen aber Zusatzleistungen mit sich. In der Regel haben diese Zusatzleistungen allerdings rein garnichts mit dem Girokonto an sich zu tun. Beispielsweise gibt es dort Rabatte bei Handelspartnern oder Restaurants. Laut Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen sind solche Angebote jedoch reine Marketinginstrumente. Für die meisten Kunden lohnen sich diese Zusatzleistungen nicht. So sollte sich jeder, der ein solchen Mehrwertkonto in Anspruch nehmen will, zunächst ausrechnen ob sich die Rabatte für ihn überhaupt lohnen.